Verkehr

Park(ing)Day

Freiburg, 15. 05. 2017 – Im Rahmen der Freiburger Aktionstage Nachhaltigkeit veranstaltet Greenpeace Freiburg am Samstag, 20.05. von 11:00 bis 19:00 Uhr einen Park(ing)Day. Zusammen mit dem VCD, dem Bürgerforum Sedanquartier/im Grün, mit Anwohnern und vielen weiteren lokalen Gruppen wird für diesen einen Tag Fläche vielfältig umgenutzt. Mit Rollrasen, Pflanzen, Liegestühlen, Straßenmusik und Spiel­möglichkeiten werden einige Parkplätze im Sedanquartier (Wilhelmstr. zwischen Belfortstr. und Moltkestr.) menschengerechter gestaltet. Öffentlicher Raum gehört der gesamten Stadtbevölkerung. Er wird jedoch deutlich überproportional für den KFZ-Verkehr geopfert. Wenn wir das Wort Nachhaltigkeit auch nur ein bisschen ernst nehmen, dann müssen wir schleunigst von der immer noch autogerechten Stadt endlich zu einer wirklich grünen Stadt mit nachhaltiger Mobilität und mehr lebenswertem Raum für Menschen kommen.

In Freiburg leben bekanntlich bereits viele Menschen, die kein eigenes KFZ besitzen und auch keines wollen. In innerstädtischen Wohngegenden wie dem Sedanquartier stellen diese sogar deutlich die Mehrheit dar. Der öffentliche Raum vor ihrer Haustür ist jedoch trotzdem mit KFZs vollgestellt. Man weiß oft nicht wohin mit Fahrrad oder Kinderwagen. Aufenthaltsqualität in der eigenen Wohnstraße sucht man vergebens, ganz zu schweigen von Spielmöglichkeiten für Kinder. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gleicht die Strecke von zuhause zum Bäcker oft einem Hindernisparkour: Mülleimer, widerrechtlich abgestellte KFZs, schlechter Bodenbelag. Dies ist in höchstem Maße ungerecht!

Zudem stellen die günstigen Anwohner-Parkausweise (gerade mal lächerliche 30€ pro Jahr) und die günstigen Parkgebühren, falls die überhaupt anfallen, eine nicht mehr zeitgemäße Subventionierung des KFZ-Verkehrs dar. Die für das Abstellen der Kraftfahrzeuge anfallenden Kosten stehen in keiner Relation zu den Quadratmeter-Preisen für Immobilien. Sie sind ganz einfach nicht marktgerecht und viel zu billig.

Da die Einwohnerzahl in Freiburg weiter wächst, steigt auch entsprechend die Konkurrenz um den begrenzten öffentlichen Raum. Weil Autoverkehr ökologisch, was den Flächenverbrauch und die Gesundheitsfolgen angeht, die rücksichtsloseste Form der Mobilität ist, setzen fortschrittliche Städte wie Kopenhagen und Amsterdam auf eine Verkehrswende: weg vom eigenen Auto – hin zu Radverkehr, Car-Sharing und öffentlichen Verkehrsmitteln. Beim Car-Sharing hat Freiburg gut vorgelegt, nun muss jedoch auch für die nächsten zehn Jahre jährlich pro Car-Sharing-Parkplatz ein öffentlicher KFZ-Stellplatz umgenutzt werden. Nur dann erfüllt das Car-Sharing die darin gesetzten Erwartungen bzgl. der Gewinnung von Fläche. Möglichkeiten der Umnutzung gibt es viele: Abstellanlagen für Fahrräder, Freiraum für mehr Sicherheit an Straßenkreuzungen, Sitzmöglichkeiten, mehr Raum für Pflanzen, usw. Davon haben dann alle etwas!

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