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Der Rückmarsch der Atomkraft

Die Versuche der Atomwirtschaft, den Atomausstieg hinaus zu zögern, sind nichts weiter als das verzweifelte Festklammern an einer Technologie, die bereits ihrem Ende geweiht ist. Denn die Uranvorräte sind endlich, und immer mehr Atomkraftwerke gehen vom Netz. Seit Jahresbeginn wurden in Europa sieben Atomkraftwerke abgeschalten. Der Höhepunkt des "Atomzeitalters" ist längst überschritten.
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1989 war mit 172 Atomkraftwerken das Jahr mit der höchsten Anzahl von Atomkraftwerken in der Europäischen Union. Seitdem ist die Zahl um 30 Anlagen auf derzeitige 142 Atommeiler gesunken. Allein zu Beginn des Jahres 2007 gingen sieben Atomreaktoren vom Netz: zwei in Bulgarien, einer in der Slowakei und vier in England. Zusammen mit einem in Spanien im April 2006 stillgelegtem Meiler wurden im vergangenen Jahr in Europa sogar acht Reaktoren abgeschalten – ein bisher in der Geschichte der Atomkraft einmaliger Rückgang binnen eines Kalenderjahres. Seit dem 1. Januar 2000 wurden in Europa insgesamt 26 Atomkraftwerke still gelegt, während im selben Zeitraum nur zwei neue Reaktoren ans Netz gingen (die beiden Blöcke im tschechischen Temelin in den Jahren 2000 und 2002) und ein Neubau eines Atomreaktors begonnen wurde, nämlich des Euroreaktors in Finnland. Während die Atombranche dieses Projekt als Indiz für eine Renaissance der Kerntechnik feiert, ist bereits jetzt absehbar, dass die Zahl der Meiler auch in den kommenden Jahren weiter abnehmen wird.

Geht man von einer Laufzeit von 40 Jahren aus, so werden in den kommenden zehn Jahren 80 Anlagen weltweit auslaufen müssen. In den anschließenden zehn Jahren werden sogar weitere 200 Reaktoren an ihre Altersgrenze stoßen. Weltweit sind zur Zeit gerade 29 Anlagen im Bau. Da der Neubau von Atomkraftwerken mindestens zehn Jahre Vorlauf benötigt, ist heute offenkundig, dass die Anzahl der Atomkraftwerke weiter abnehmen wird. Die Uran-Vorräte reichen nur noch wenige Jahrzehnte. Erneuerbare Energien werden immer konkurrenzfähiger. Das "Atomzeitalter" steuert auf sein Ende zu.

Datenquelle: B. Janzing: "Atomrenaissance?" in: Die SolarRegion 1/2007
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