Muss der Regenwald dem KitKat weichen?

Unser unbedachter Konsum und das profit-getriebene Handeln der Lebensmittelindustrie tragen wesentlich zur Vernichtung von wertvollen Ökosystemen bei. Deshalb hat Greenpeace am 6. Mai 2010 mit einer deutschlandweiten Label-Aktion Kunden und Ladeninhaber aller möglichen Supermärkte auf die andauernde Urwaldzerstörung aufmerksam gemacht. Bei dieser Aktion ging es speziell um die Verwendung von Palmöl in Lebensmitteln.

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Nicht jedem ist bewusst, dass in den alltäglichsten Kosmetika, Eis, Süßigkeiten und dergleichen Palmöl steckt. Auch sind wir uns nicht immer im Klaren darüber, was es wirklich heißt, wenn die Regenwälder nach und nach den Palmölplantagen weichen. Fern ab jedweden Regenwaldes können Menschen in Deutschland sich kaum vorstellen, welch verhehrende Auswirkungen ihr Palmölkonsum wirklich haben kann. Täglich bekommen wir gigantische Zahlen über die Größe der sekündlich, minütlich, täglich oder jährlich abgeholzen Urwaldflächen präsentiert. Jedoch übersteigen diese das Vorstellungsvermögen dermaßen, dass man sich unfähig fühlt, noch irgendetwas dagegen unternehmen zu können.

Mit unserer Label-Aktion am vergangenen Donnerstag möchten wir dem entgegenwirken.
Ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten besuchen in 46 Städten ausgewählte Supermärkte und kennzeichnen den Kitkat-Schokoriegel mit einem hilferufenden Orang-Utan. Nestlé verwendet in seinen Lebensmitteln Palmöl, für dessen Anbau in Indonesien Regenwald zerstört wird. Nicht zuletzt ist dieser Regendwald auch der Lebensraum unzähliger - nun vom Aussterben bedrohter - Tierarten, wie dem Orang-Utan.

Nestlé hatte erst anlässlich seiner Jahreshauptversammlung im April zugesichert, sich für einen sofortigen Stopp der Regenwaldabholzung einzusetzen. Große Worte, denen bisher keine Taten folgten, denn Nestlé steht weiterhin in Verbindung mit dem indonesischen Palmölproduzenten Sinar Mas. Sinar Mas wandelt im großen Stil hoch schützenswerte Waldflächen und Torfmoore in Plantagen um und setzt damit enorme Mengen an Treibhausgas frei.

Nach Greenpeace-Protesten hatte Nestlé die direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt. Für die europäischen Nestlé-Zentralen ändert sich dadurch nichts, denn: Direkte Verträge bestanden nur zwischen Sinar Mas und Nestlé Indonesien. Über Zwischenhändler kann Sinar Mas-Palmöl weiterhin in Nestlé-Produkte wie KitKat fließen. "Nestlé muss statt schöner Worte jetzt Druck auf seine Zwischenhändler ausüben oder sich von ihnen verabschieden", fordert Corinna Hölzel, Waldexpertin bei Greenpeace. Nestlé übernimmt jedoch keine Verantwortung und beteuert weiterhin, bei einem jährlichen Palmölverbrauch von 320.000 Tonnen(!!!), selbst nur wenig Palmöl zu verwenden.

Mit der heutigen Neu-Etikettierung der Schokoriegel machen die Greenpeace-Gruppen deutschlandweit Kitkat-Konsumenten auf die Mitwirkung Nestlés an der Regenwaldzerstörung aufmerksam.

Für einen Kurzfilm zum Thema klicken Sie bitte hier.

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