Vorschlag für Protestmail zu Atomstromimporte bei "hart aber fair"

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Atomstromimport "hartaberfair"

Sehr geehrter Herr Plasberg,

Sie wollten in ihrer "Hart aber fair" am 6.4.2011 „eine Diskussion vorantreiben“ zur Scheinheiligkeit eines schnellen Atomausstiegs und mit ihrer Darstellung der Atomstromimporte nach dem Moratorium „das Thema zuspitzen“. Dafür stützen Sie sich auf Matthias Kurth von der Bundesnetzagentur und Claudia Kemfert (DIW).

Dem Sinn ihrer Darstellung entgegen, stellt Matthias Kurth gegenüber phoenix zur aktuellen Versorgungssituation mit nur vier AKW am Netz fest: „Wir können den Bedarf in Deutschland decken, ohne im Saldo auf Importe angewiesen zu sein.“ Dies sei auch ohne die Kraftwerke, die vom Moratorium betroffen sind, möglich, fasst phoenix in seiner Pressemitteilung zusammen.

Unisono Claudia Kemfert : „Auch wenn die gegenwärtig acht abgeschalteten Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gehen, sind in Deutschland noch ausreichende Produktionskapazitäten vorhanden.“

Wenn Sie „um den unternehmerischen Hintergrund der Stromimporte“ wissen, wie Sie schreiben, muss doch die Diskussion auf die Scheinheiligkeit der Kritiker eines schnellen Atomausstiegs zielen, wenn diese mit dem Argument Atom- und Kohlestromimporte ins Feld ziehen.

Ob die zweimalige Zurückweisung von Bärbel Höhns unmittelbaren Einspruchsversuchen „eine ausreichende Gelegenheit“ der Äußerung darstellen, ist eine Stilfrage.

Ich protestiere vehement gegen eine Darstellung, die nur mit Verschweigen von wesentlichen Aspekten für eine Geisterdebatte gut ist wie z.B. der

Kostenlawine durch den Atomausstieg bei gleichzeitigem Verschweigen der „DIW: Strompreise steigen kaum“- Information

http://www.n-tv.de/politik/DIW-Strompreise-steigen-kaum-article3377571.html

oder

Klimaschädigung durch Atomausstieg bei gleichzeitigem Verschweigen der europaweiten Festschreibung der CO2-Obergrenze durch die CO2-Zertifikate. Wird kurzfristig etwas mehr CO2 freigesetzt, wird es an anderer Stelle wieder eingespart.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/tacheles/1446619/

oder

Notwendigkeit des massiven Netzausbaus ohne Berücksichtigung der Studie „Voraussetzungen einer optimalen Integration erneuerbarer Energien in das Stromversorgungssystem“ aus dem Hause des ehemaligen Wirtschaftsministers Rainer Brüderle, veröffentlicht im Januar 2011.

Während Rainer Brüderle derzeit ständig wiederholt, dass 3600 Kilometer neue Hochspannungsleitungen nötig seien, veranschlagen die Autoren der Studie bei einem Öko-Strom-Anteil von mehr als 40 Prozent lediglich 250 Kilometer neue Trassen.

http://www.fr-online.de/wirtschaft/unbequeme-wahrheit-fuer-bruederle/-/1472780/8321436/-/index.html

Herr Plasberg, haben Sie endlich den Mut zu einer Gegendarstellung in ihrer nächsten Sendung! Ansonsten haben Sie das gleiche Problem wie die FDP: die Glaubwürdigkeit!

Mit freundlichen Grüßen

 

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