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Klimawandel -- Fakten und Forderungen

Im kürzlich erschienene IPCC-Bericht zum Klimawandel schreiben die Klimaexperten der Vereinten Nationen, dass wir nur noch ca. 10 bis 15 Jahre Zeit haben, um wirksam gegen die Klimazerstörung vorzugehen. Welche politischen Forderungen ergeben sich daraus und was tut sich in der Politik?

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Wenn wir so weiter machen wie bisher, wird sich die Durchschnittstemperatur weltweit bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 6,4 °C erhöhen. Zum Vergleich: Ein Unterschied von nur 4 °C im Jahresdurchschnitt trennt uns vom Ende der letzten Eiszeit, vor rund 20.000 Jahren. Sachverständige und Europäische Union fordern, die Erwärmung auf maximal 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Eine Erwärmung darüber hinaus hätte katastrophale Folgen. Diese Katastrophe zu verhindern bedeutet, die CO2-Emissionen nicht über 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Millionen Teilchen) steigen zu lassen. Seit Beginn der Industrialisierung sind die CO2-Konzentrationen aber bereits von 278 ppm auf 380 ppm in der Atmosphäre angestiegen. Entsprechend groß müssen die Bemühungen um effektive Maßnahmen zum Klimaschutz jetzt sein. Und entsprechend schnell müssen die Politiker handeln.

Da Deutschland der größter Treibhausgas-Emittent in der EU ist, fordert Greenpeace von Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Die Greenpeace-Forderung zur CO2-Reduktion in Deutschland lautet: minus 40 % bis 2020! (Das Ausgangsjahr ist 1990.) Von der EU und den Industriestaaten fordert Greenpeace: 30 % CO2-Reduktion bis 2020!

Auf ihrem Frühjahrsgipfel 2007 haben die EU-Chefs sich jedoch nur zu einer Festlegung der CO2-Reduktion bis 2020 nur um 20 % durchringen können. Und das nennt Frau Merkel eine "ambitionierte Zielsetzung". Es ist aber nicht genug, um eine geringst mögliche Erderwärmung anzustreben. Und laut Kyoto-Protokoll soll in der EU eine CO2-Reduktion bis 2012 um 8 % im Vergleich zu 1990 erreicht werden. Da aber durch die zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten, welche durch Wirtschaftszusammenbrüche oft nur geringe CO2-Ausstöße haben, bis 2012 automatisch eine Reduktion um 15 % erreicht wird, fehlen dann bis 2020 nur noch klägliche 5 % CO2-Einsparung in der EU – und nicht etwa 12 %. Dies wurde analysiert in einer Studie des Wuppertal-Instituts. Des Weiteren heißt es in der Studie, es wäre wichtig, dass Deutschland vorangehen würde und Verminderungen für Deutschland von 40 % bis 2020 anbieten würde, ohne seine Zusage an das Verhalten anderer Länder oder der EU zu koppeln. Nur so kann der momentane Teufelskreislauf von Taktieren und Lähmung durchbrochen werden, in dem momentan noch alle Staaten dieser Welt angesichts des Klimaproblems gefangen sind.

Eine CO2-Reduktion um 40 % bis 2020 in Deutschland ist nicht nur nötig sondern auch möglich: das zeigt die Studie Klimaschutz: Plan B - Nationales Energiekonzept bis 2020 des Aachener Instituts EUtech im Auftrag von Greenpeace. Außerdem ist dieses Klimaschutzziel mit einem vorgezogenem Atomausstieg bis 2015 vereinbar. Ein früherer Ausstieg bis 2015 kann der Studie zufolge zum Innovationsmotor für den Ausbau der klimafreundlichen Alternativen werden. Je früher wir solche Technologien einsetzen, desto billiger und wirksamer wird der Klimaschutz. Denn reagiert die deutsche Wirtschaft nicht rechtzeitig auf die Gefahr, so drohen ihr bis zum Jahr 2050 Kosten durch Klimaschäden von bis zu 800 Milliarden Euro.

Immerhin haben die EU-Chefs auf ihrem Frühjahrsgipfel den Ausbau der Erneuerbaren Energien um 20% bis 2020 festgelegt.
Für den weltweiten Klimaschutz durch eine Energiewende hat Greenpeace gemeinsam mit dem Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energien-Industrie (EREC) ebenfalls einen "Masterplan" vorgelegt: "Globale Energierevolution - Ein Weg zur nachhaltigen Energiezukunft für die Welt". Diese vom Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie elf internationalen Forschungsinstituten erarbeitete Studie zeigt: bis 2050 ist weltweit eine CO2-Reduktion um fast 50 % möglich! Und: Erneuerbare Energien können bis 2050 die Hälfte des globalen Energiebedarfs decken – vorrausgesetzt ein intelligenter Einsatz von Energie. Das bedeutet, dass sich der Primär-Energieverbrauch bis 2050 nicht verdoppelt (was ohne gegensteuernde Maßnahmen durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum geschehen würde), sondern durch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen konstant bleiben oder sogar leicht zurück gehen muß. Die Studie zeigt, dass auch dies möglich ist - ohne Atomkraft und sogenannte "CO2-freie" Kohlekraftwerke.
Nationaler und globaler Klimaschutz sind möglich – die Mittel und Wege zu einer effizienten Treibhausgasreduktion und einem nachhaltigen Energiekonzept wurden durch die Studien unabhängiger Institute vorgelegt – jetzt fehlt es nur noch an politischem Willen.

 

Fieberthermometer für das Klima am Eiffelturm:

 

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